Mimie Miezekatze

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Mimie Miezekatze Brief 1An den Felix

Weit weg, der Winter ist fast vorbei

Hallo lieber Felix!

Ich muss dir jetzt unbedingt schreiben, weil in der Zwischenzeit so viel passiert ist. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Also, zuerst waren alle weg und kamen nur ab und zu wieder. Ich glaube, sie waren immer bei dir im Krankenhaus. Und wenn jemand da war, hatten sie nicht viel Zeit für mich. Die Mama hat mir schnell was zum Essen hingestellt, manchmal auch die Oma. Der Papa war immer nur ganz kurz da und gleich wieder weg. Nur die Miriam kam und hat mich gestreichelt.

 

Dann musste ich auf einmal zur Oma umziehen. Ich glaube, die Oma hat Angst vor mir. Vielleicht weil ich sie vor lauter Schreck einmal gebissen habe. Seitdem trug sie immer Handschuhe. Ich  glaube, die Oma wollte sich nicht so gerne beißen lassen und hat deshalb immer Handschuhe angezogen, wenn sie mich streicheln wollte.

Da bin ich lieber ausgebüchst oder habe mich den ganzen Tag versteckt. Nur nachts bin ich raus gekommen. Das hat aber keiner gemerkt (hihihi).
Ein paar Tage ging es mit dem Versteckspiel ganz gut und es hat mir auch ein bisschen Spaß gemacht die Oma zu ärgern. Denn ich bin nachts überall in ihrer Wohnung herumgeklettert und habe rumgekratzt – wie es sich gehört für eine richtige Katze.

Die Oma fand es wohl nicht sehr lustig, denn auf einmal war die Betina da. Das fand ich sehr sonderbar, weil die Betina hat doch noch nie die Oma besucht. Ich wusste aber noch genau, dass die Betina mich immer streichelt. Deswegen bin ich ihr um die Beine geschlichen. Doch dann hat sie mich gepackt und in meine Katzenkiste gesperrt! Pahh, das fand ich voll fies und das habe ich dann auch laut gesagt: Miau, Miau! Aber es hat nichts geholfen. Sie hat mich nämlich einfach mit der Kiste ins Auto gestellt und ist mit mir los gefahren.

Wir sind ganz weit weg gefahren. Bestimmt durch die ganze Welt. Ich habe hohe Berge und viel Wasser gesehen und Bäume, Büsche und unzählige Straßen und Autos.

Nach ganz, ganz langer Zeit, bestimmt hundert Stunden, hat sie auf einmal den Motor aus gemacht und mich mit meiner Kiste in ein Haus hinein getragen.

Es war ganz schön unheimlich in diesem fremden Haus auf der anderen Seite der Welt! Ich musste mir alles erst einmal ganz genau und langsam anschauen und versuchen ein gutes Versteck zu finden – was mir auch geglückt ist.

Die Betina hat ein Bücherregal und dahinter ist genug Platz für mich. Und das Beste ist: keiner außer mir kommt da hin. Miau.

Betina hat versucht mich zu beruhigen – aber ich war so aufgeregt, dass ich ihr in den großen Zeh gebissen habe (hihihi). Sie hat sich furchtbar erschreckt, aber ich bin gleich in mein  Versteck abgehauen. Da blieb ich dann ganz lange und habe gelauscht, was im Haus los ist. Irgendwann einmal ist der Markus nach Hause gekommen. Beide haben immer wieder nach mir geschaut und versucht mich rauszulocken. Aber ich wollte lieber nicht. Bis es mir irgendwann doch zu langweilig wurde. Und dann bin ich ganz heimlich losgezogen.

Aha, schaut gar nicht so schlecht aus hier…

Ich schreibe dir bald wieder. Denn jetzt muss ich mich auf die Lauer legen und alles ganz genau erkunden und beobachten!

Bis bald, liebe Grüße und gute Besserung!

Deine Mimie

Mimie Miezekatze Unterschrift

 

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