Mimie Miezekatze

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Mimie Miezekatze Brief 15An den Felix

Weit weg, Sommeranfang (angeblich)

Hallo lieber Felix!

Hast du das auch im Radio gehört? Da haben die doch glatt behauptet, dass jetzt Sommeranfang ist. Pahh, so ein Schmarrn! Was die im Radio alles erzählen! Haben die da keine Fenster oder gehen die nie nach draußen? Wenn die mal hinaus schauen, dann müssten die doch sehen und spüren, dass der Sommer noch gar nicht da ist. Jetzt ist nämlich Regenzeit. Und eiskalt ist es auch. Eiszeit!

Sommer ist, wenn die Sonne scheint und wenn man draußen nicht frieren muss. Nicht einmal die Mäuse kommen aus ihren Löchern heraus. So greißlig ist es.

Keine einzige Maus habe ich gesehen letzte Woche, geschweige denn gefangen!

Zum Glück habe ich den Kater Felix getroffen. Dem gefällt das Wetter auch nicht. Der erträgt das aber mit einer bewundernswerten Gelassenheit. Das imponiert mir sehr. Echt cool, der kater Felix.

Bei unserem letzten Treffen habe ich ihm betimmt zehn oder neunundzwanzig Minuten lang vorgemiaut, wie greißlig das Wetter doch ist. So kalt und so nass und überhaupt. Und dass alles andere deswegen auch so greißlig ist.

Er hat sich mein Gemiaue ganz geduldig angehört und als ich fertig war, sagte er zu mir: „Mimie, iiech fiiende das Wetter auch ganz fiierchterliich. Aber iiech kann daran niiex äändern, du kannst es niiecht äändern, die Maise käännen niiex äändern und die Fäähgel auch niiecht. Das muss man näähmen, wie es iiest. Das iiest iiemmer so, wenn etwas iiest, wie es iiest. Und wenn man dauernd nur herummiaut, dann merkt man gar nicht mehr, wie viiele schääne Dinge um einen herum passieren und kann sich dann gar niiecht mähr dariieber freien.“

Ich glaube, ich habe das meiste verstanden. Langsam gewäähne ich mich an seine Aussprache. Ups, jetzt fange ich auch schon an...

Den Kater Felix finde ich total süß, weil der weiß immer so viel und meistens hat er auch immer recht. Gut, dass ich den kennen gelernt habe.

Später habe ich ihn wieder getroffen. Da hat er mir erzählt, dass er herausgefunden hat, wo das Auto vom Markus parkt; dass er es mir gerne zeigen möchte. Ich dachte mir nur, ich weiß doch, wie Autos aussehen, nämlich alle gleich. Und wenn sie geparkt sind, dann sind sie besonders langweilig. Aber dann sagte Kater Felix noch: „Das muusst du diier unbedingt anschauen. Da giiebt es näämlich eine Hääbebiehne, die Autos hochhääben kann.“

Stell´ dir mal vor, Felix, eine Biene, die Autos hochheben kann. Eine Sensation! Das wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

So sind wir losgezogen, durch ganz viele Gärten, über eine Straße und noch ein paar Gärten, bis zu einem großen Haus. Dort ging es in den Keller hinunter. Felix, so etwas habe ich noch nie gesehen. Ein ganzer Keller voll mit Autos und immer zwei übereinander. Eins oben und eines unten und daneben geht es so weiter.

Ich fragte den Kater Felix, wo denn nun die Biene sei. Er fragte erstaunt zurück: „Wälche Biene meinst du, Mimie?“
„Na, die Hebebiene, von der du mir erzählt hast.“
„Aber Mimie“ antwortete er, „ich meinte die Hääbebiiehnen, die Metallgestelle, wo die Autos draufstehen.“
Ich sah mir voller Bewunderung die Metallgestelle an und wir beide freuten uns. Jeder auf seine Weise.

Übrigens ist mir eine Erfindung eingefallen. Ein Katzenregenschirm! Den gibt es noch nicht und ich bin mir sicher, dass Katze so etwas dringend braucht. Ich wünschte mir derzeit jedenfalls so einen. Auf der Skizze kannst du dir ansehen, wie der Regenschirm aussehen soll:

 

Mimie Miezekatze Katzenregenschirm

 

So. Jetzt muss ich noch einen Brief an das Patentamt schreiben.

 

Bis bald und gute Besserung!

Deine Mimie

 

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